Städtebauliche Situation
Das zu beplanende Grundstück der Karlsruher Süsswaren GmbH + Co KG befindet sich in einem Quartier mit Blockrandbebauung in der Karlsruher Oststadt.
Nach dem Rückbau eines Teils der alten Industriegebäude , ergibt sich im Blockinneren eine Freifläche, die im Zentrum eine Parkanlage (RAGOLDS- Park) aufnehmen wird und im Norden, an der Essenweinstraße mit einer neuzuplanenden Wohnbebauung ihren Abschluss findet.
Die entstandene Baulücke in der Essenweinstraße hat eine Länge von ca.
67 Metern und wird im Osten und Westen von mehrgeschossigen Wohnbauten aus der Gründerzeit begrenzt.
Bei dem Gebäude im Osten (Essenweinstraße Nr. 50) handelt es sich um ein
4- geschossiges Eckgebäude mit Satteldach und Verbindung zur Tullastraße.
Das Gebäude im Westen, mit Hausnummer 17 der Humboldtstraße zugeordnet, stellt ebenfalls ein Eckgebäude dar allerdings nur mit 3- Geschossen und ausgebautem Mansarddach.
Die Traufkanten dieser beiden Gebäude verspringen um ein Geschoß.
Baukörper
Auf der Straßenseite werden die unterschiedlich hohen Traufkanten der Nachbargebäuden für die obere Fassadenkante des neuen Hauseinheiten aufgenommen.
Ihre Weiterleitung, genau in die Mitte des Baukörpers, ergibt einen Geschoss- Versprung, der das Bauvolumen markant moduliert und zwischen den beiden Nachbargebäuden vermittelt.
Das darauf aufgesetzte Staffelgeschoss rückt ca. 1 Meter hinter die beschriebene Fassadenkante zurück und liegt damit, aus Fußgängersicht, nicht mehr im direkten Blickfeld.
Durch seine Weiterführung über den Fassadensprung hinaus verbindet es die unterschiedlich hohen Bauteile, unterteilt in 4 Hauseinheiten, zu einem Ganzen.
Bei der zweiten Hauseinheit ist die Fassade im Erdgeschoss aufgebrochen und vom Straßenraum entsteht eine Blickbeziehung zum Park im Inneren.
Die Wohnungen im Erdgeschoss entfallen zugunsten einer Tiefgaragenabfahrt und eines Durchgangs, durch den Müll- und Fahrradräume erschlossen werden.
Die Rückseite des Baukörpers nimmt Bezug auf die geringe Tiefe der Nachbargebäude und interpretiert diese weiter bis zu den Treppenhäusern. Erst danach springt der Baukörper auf die volle Gebäudetiefe von 14,50 m zurück.
Erschließung
Die Treppenhäuser der vier Hauseinheiten erschließen je zwei Wohneinheiten und sind direkt an der Straßenfassade, von der sie natürlich belichtet und belüftet werden, angeordnet.
Die Aufzugsanlagen sind so platziert, dass sämtliche Ebenen der Gebäude (einschließlich Tiefgarage), stufenlos von Rollstuhlfahren zu erreichen sind.
Diese „barrierefreie“ Erschließung kann bei der Suche nach einer passenden Eigentumswohnung den entscheidenden Ausschlag für eine Kaufentscheidung geben, stellt sie doch ein unabhängiges Wohnen bis ins hohe Alter sicher.
Wohnungen
Die Größen der Wohnungen richtet sich sehr stark nach den Vorgaben des Auftraggebers.
Bei einer Gebäudetiefe von 14,50 m ergeben sich für 3- und 4- Zimmerwohnungen mit gewünschten 80 m² bzw. 95 m², eher schmale, aber dafür tiefe Wohnungstypen. Diese unterteilen sich in drei Zonen, parallel zum Straßenverlauf.
Die erste Zone entlang der Straßenfassade nimmt Schlaf- Arbeits- und Kinderzimmer auf. In der zweiten Zone, im Inneren des Gebäudes, sind die Nasszellen organisiert. In der dritten Zone nach Süden, sind Wohnen und Essen, sowie Küchen und Loggien ausgerichtet. Außerdem ist hier auch das „Schaltzimmer“ platziert, dass sowohl der einen wie auch der anderen Wohnung „zugeschaltet“ werden kann und dadurch 3- oder 4- Zimmerwohnungen ergibt.
In der Spur des Treppenhauses gelegen kann es auch als Schlafzimmer zum ruhigen Innenhof genutzt werden.
Die großen 5- bzw- 6- Zimmerwohnungen sind teilweise als Maisonetten im Staffelgeschoss (5.OG) geplant.
Die 2- Zimmerwohnungen befinden sich jeweils an der Stirnseite des Gebäudes und stellen mit ihrer geringeren Bautiefe die Verbindung zu den Nachbargebäuden her. Auch hier ist jeweils die oberste Wohnung als Maisonette- Wohnung konzipiert.
Unter Wahrung eines einheitlichen Erscheinungsbildes, konnten auf diese Art
38 Wohneinheiten mit unterschiedliche Größen und Zuschnitten entwickelt werden.
Stellplätze
Im Kellergeschoss wurde neben den Lagerräumen der Wohnungen auch eine Tiefgarage mit 39 Stellplätzen konzipiert. Die Einfahrt erfolgt wie Oben bereits beschrieben im Erdgeschossbereich der zweiten Hauseinheit.
Durch diese Anordnung im Zentrum der Anlage werden die Freibereiche der angrenzenden Nachbargebäude nicht beeinträchtigt.
Eine geradläufige, breite Rampenanlage mit getrennter Zu- und Abfahrt stellt eine komfortables Ein- und Ausfahren sicher.
Müll- Und Fahrradräume
Im Erdgeschoss der zweiten Hauseinheit sind wie oben beschrieben, für alle Bewohner der Anlage, großzügige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder und Müllcontainer, sowie ein Hausmeisterraum, vorgesehen.
Diese Räume werden vom Durchgang aus erschlossen und stören weder Garagenabfahrt, noch den Durchblick von der Straße in den Park.
Der Durchgang kann mit einer filigranen Zaunanlage abgesperrt werden.
Fassaden
Die Fassadengestaltung zeichnet sich durch eine rahmenartige Grundstruktur aus, die sowohl Straßen- als auch Hofseite umschließt.
Die Rahmenwirkung wird erreicht indem jeweils horizontale, als auch vertikale Fassadenelemente die gleiche Höhe, bzw. Breite aufweisen.
Die horizontalen Elemente decken die Geschossdecken so ab, dass im oberen und unterem Bereich jeweils Sockel und Sturz, zur verdeckten Befestigung von Sonnenschutz und Geländer entstehen.
Die vertikalen Elemente decken Wände und Schranknischen ab.
Dadurch entstehen gleich hohe, aber unterschiedlich breite Fassaden-
öffnungen, die der Fassade ihren individuellen Rhythmus geben.
Sämtliche Fensterelemente bestehen aus einem Öffnungsflügel, der immer die gleiche Breite hat, und einem oder zwei festverglasten Teilen, in denen die unterschiedliche Breite der Elemente ausgeglichen wird.
Als Sonnen- bzw. Blickschutz werden stabile Außenjalousien (Raffstore) vorgeschlagen. Diese tragen mit ihren, von Wohnung zu Wohnung unterschiedlichen Grad an Öffnung bzw. Geschlossenheit, zu einem, an jedem Tag unterschiedlichen Fassadenbild bei, das, eingebettet in der oben beschriebenen Rahmenstruktur, der gesamten Anlage eine subtile Mischung aus Ordnung und Lebendigkeit verleiht.