15 Kilometer nördlich von Karlsruhe, in der 12 000 Einwohner zählenden Gemeinde Linkenheim- Hochstetten befindet sich das Altenpflegeheim der Stiftung Geschwister Nees. Auf einem T- förmigen Grundstück mit ca. 7500 m² entstand hier im Jahr 1982 am Südostrand eines Wohngebiets des Ortsteils Hochstetten ein 3- geschossiger Winkelbau, konzipiert für 74 Bewohner aufgeteilt in 33 Doppel- und 8 Einzelzimmer.
Um den zunehmenden Bedarf an Einzelzimmern für besonders Pflegebedürftige Heimbewohner nachzukommen wurde das bestehende Gebäude im Jahr 2007 durch einen Anbau mit 36 Einzelzimmern erweitert. Es handelt sich ebenfalls um einen 3- geschossigen Winkelbau, der im Südwesten des Altbaues anschließt. Nach Norden entsteht ein Innenhof als Puffer zwischen Neu- und Altbau, der das Bauvolumen des Neubaues zur Nachbarbebauung hin reduziert. Der Zugang erfolgt über den Haupteingang des bestehenden Gebäudes. Der Südflur im Altbau wir im Erweiterungsbau zunächst fortgeführt und dort schließlich um einen Kern, in dem Aufzug, Pflegedienst- Hygiene- und Wäscheraum untergebracht sind, herumgeführt.
Nach Westen hin weitet sich der Flur zu einem großzügigen Aufenthaltsraum aus. Ihm vorgelagert befindet sich eine raumbreite Terrasse (bzw. Balkon) die mit großen Glasschiebetüren dem Aufenthaltsraum zugeschaltet wird. Für Bewohner mit erhöhtem Bewegungsdrang entsteht, an Aufenthalts- und Pflegedienstraum vorbei, eine abwechslungsreicher Parkuhr in Form eines Rundgangs, der vom Pflegepersonal leicht eingesehen und kontrolliert werden kann. Auf drei Etagen sind auf diese Weise je 8 Einzelzimmer mit eigenem Etagenbad zu einer Wohngruppe organisiert. Die Heimbewohner mit Demenzerkrankung sind im Erdgeschoss untergebracht und erhalten einen speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Gartenanlage, ebenfalls mit Rundgangmöglichkeit. Für alle Bewohner der Einrichtung wurde im Kellergeschoss ein neuer Andachtsraum geschaffen. Die Belichtung durch ein ca. 80 cm breites Oberlicht auf der gesamten Längsseite des Raumes erzeugt in Verbindung mit der plastischen Wandgestaltung des Künstlers Dietmar Israel eine spirituelle Raumwirkung. Die Fassaden sind strukturiert durch die geschosshohen Doppelfenster der Einzelzimmer. In Verbindung mit elektrisch betriebenen Schiebeläden, die als Sonnen- und Sichtschutz dienen, entsteht je nach Öffnungsgrad der Läden ein abwechslungsreiches Fassadenbild.